Frankreichs anti fast-fashion Gesetz

Frankreich möchte Maßnahmen gegen Fast Fashion Giganten vorgehen und damit französische Modemarken stärken – eigentlich. Im vergangenen Jahr brachte die Abgeordnete Anne-Cecile Violland von der Partei Horizons einen entsprechenden Gesetzesentwurf an und man war guter Dinge. Doch nun, wo über den Entwurf abgestimmt werden sollte, ist er nicht auf dem Programm zu finden. 

Billigmode soll sanktioniert werden. Welche das genau betrifft will die französische Abgeordnete Violland mit Hilfe von drei Kriterien entscheiden: „exzessive Produktion, Niedrigpreise und aggressive Werbung“ Damit sollten bis 2030 bis zu zehn Euro pro Kleidungsstück, maximal 50 Prozent des Kaufpreises aufgeschlagen werden. Zusätzlich sollte Werbung für Fast Fashion und Ultra Fast Fashion verboten werden. Man möchte damit auch Influencern einhält gebieten, die auf ihren Social Media Kanälen Hauls bestehend aus mehreren Shein Tüten und Paketen zeigen. Und auch die Transparenz über ihre repair, reuse, recycling Vorgehen soll geschaffen werden. Vor allem geht dieser Gesetzentwurf gegen wie Shein und Temu und soll französische Modeunternehmen vor den Fast-Fashion Giganten schützen. 

Eigentlich sollte er nun im März im Senat zu Abstimmung stehen, doch als kürzlich das offizielle Arbeitsprogramm für die Sitzung veröffentlicht wurde, stand er nicht auf der Tagesordnung. Eine Begründung dafür gibt es seitens der Regierung bisher nicht. Genauso wenig gibt es einen Alternativtermin für die Abstimmung. Fanny Moizant, Mitgründern und Präsidentin von Vestiaire Collective nennt das in einem Social media Post einen „nationalen Skandal“ und macht klar: sie verlangt Antworten und die Aufnahme des Gesetzesentwurf auf die Agenda. Die Resell Platform Vestiaire Collective ist unter anderem dafür bekannt, dass sie Fast Fashion völlig von ihrer Seite verbannt haben. Moizant macht für die undefinierte Verschiebung Shein verantwortlich, die kürzlich den ehemaligen französischen Innenminister Castaner als Berater eingestellt haben. Sollte das Gesetz in Kraft treten, wäre das Unternehmen wesentlich von den Konsequenzen betroffen.